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Der Leuchtturm Dahmeshöved

23.06.2021

Der Leuchtturm Dahmeshöved
- ein ganz besonderer Ort

Ein großer, imposanter Turm streckt sich gen Himmel, das Toben des Meeres tönt in den Ohren und das stetig wiederkehrende Leuchten erhellt für einen kurzen Augenblick die Sicht. Kaum etwas steht so sehr für das maritime Gefühl und die Sehnsucht nach der See wie der Leuchtturm. Einer von ihnen steht schon seit vielen Jahrzehnten, ganz in der Nähe von Grömitz, fest im Boden verankert – der Leuchtturm Dahmeshöved.

Die Bauweise

Der achteckige Ziegelturm ist an einer Huk gelegen, also an einem Küstenvorsprung, direkt in der Mitte zwischen der Halbinsel Fehmarn und dem Seebad Travemünde. Dort wurde er an einem Küstenvorsprung, einer Höved, erbaut und dient seitdem der Schifffahrt innerhalb der Mecklenburger und der Lübecker Bucht als Orientierungsfeuer. Der fast 30 Meter hohe Leuchtturm wurde in den Jahren 1878 und 1879 nahe des heutigen Ostseebads Dahme errichtet. Ludwig Alexander Veitmeyer, ein Civilingenieur und königlich preußischer geheimer Baurat, schuf zuvor die Baupläne für dieses Vorhaben. Das Leuchtfeuer selbst befindet sich in einer Höhe von 33,7 Metern über dem Meeresspiegel.

Im Jahre 1890 erhielt der Leuchtturm eine Petroleum-Glühlicht-Lampe. Keineswegs zum Nachteil für die Seefahrt, denn das Licht des Leuchtturms konnte dennoch mehr als 14 Seemeilen weit gesichtet werden. Seit 1925 verfügt er nun über eine 220-Volt-/300-Watt-Lampe sowie einer Ersatz-Flüssiggas-Lampe und wirft sein Licht 23 Seemeilen, also 43 Kilometer, weit über das Meer.

Warnsignale für die Seefahrt

Neben dem Leuchtturm Dahmeshöved wurde im Jahre 1939 ein kleinerer Backsteinturm erbaut. Leuchtturmwärter nutzten ihn seither, um die Sichtverhältnisse über dem Meer überwachen und somit rechtzeitig reagieren zu können. Verschlechterte sich die Sicht also durch Nebel, Schnee oder Regen, konnten akustische Kennungssignale durch Luftnebelschallanlagen am Kliff eingesetzt werden, um die Seefahrer zu warnen. Seit dem Jahre 1957 steuert nun eine automatische Messeinrichtung die Arbeit des Nebelhorns. Der Leuchtturm selbst arbeitet inzwischen ebenfalls automatisch. Er erhielt im Jahre 1978 eine voll-automatisierte Richtfunkfernsteuerung.

Spuren deutscher Geschichte

Doch auch Aspekte deutscher Historie fließen in die Geschichte des Leuchtturms hinein. Zu Kriegszeiten diente er beispielsweise als Beobachtungsplattform für die Flugsicherung. Nach dem Krieg, zu Zeiten der Teilung Deutschlands in West- und Ost-Deutschland, wurde ihm eine besondere Bedeutung zu Teil. Viele DDR-Bürger flüchteten damals auf unterschiedlichen Wegen nach Westdeutschland, so auch über die Ostsee. Als sogenanntes „Licht der Freiheit“ diente der Leuchtturm Dahmeshöved als Orientierungspunkt für die Flüchtenden.

Der Leuchtturm heute

Seit der Errichtung des Leuchtturms ist viel geschehen – von Neuerungen über Umbauten bis hin zu den Spuren der deutschen Geschichte. Heute ist es etwas ruhiger um das Bauwerk geworden. Seine wunderschöne Lage lädt Einheimische wie auch Urlaubsgäste zu Ausflügen in das umliegende Land ein. Besichtigungen und Führungen sind ebenfalls möglich und gewähren einen wundervollen Blick über die See und das Umland. Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Öffnungs- und Führungszeiten: www.ostsee.de

Besonders für verliebte Paare kann der Leuchtturm Dahmeshöved zu einem besonderen Ort werden, denn er ermöglicht Trauungen in 30 Metern Höhe mit einem zauberhaften Blick über die Lübecker Bucht. Termine vergibt das Standesamt Grömitz. Nicht nur für Einheimische, sondern auch für Ostseeliebhaber von Außerhalb ein glückbringendes und eindrucksvolles Ereignis, welches den sicheren Weg in den Hafen der glücklichen Ehe weist.

Quellen:

www.ostsee.de

www.hochzeit-an-der-ostsee.de